17. Apr. 2026 · von Richard




Mehl, Milch, Eier, eine Prise Salz — und dann wird es kompliziert. Denn kaum ein Gericht hat so viele regionale Gesichter wie der Pfannkuchen. In Deutschland allein streitet man sich schon über den Namen: In Berlin ist ein Pfannkuchen ein Berliner (also ein Krapfen), der flache Kerl aus der Pfanne heißt dort Eierkuchen. In Sachsen und der Lausitz nennt man ihn Plinse, im Schwäbischen wird er zum Flädle und landet klein geschnitten in der Suppe, und in Franken wird er absichtlich zerrissen und heißt dann „Gestoßener Pfannkuchen" — was im Grunde ein Kaiserschmarrn ist, nur ohne Habsburger-Mythos. Schaut man über die Landesgrenzen, wird es noch bunter: In Frankreich wird der Teig hauchdünn auf der heißen Platte verteilt und heißt Crêpe — oder, wenn er herzhaft aus Buchweizenmehl kommt, Galette. In Österreich rollt man die hauchzarten Palatschinken um Marillenmarmelade, und wenn mal einer reißt, wird Kaiserschmarrn daraus — die wohl eleganteste Rettung eines Küchenunfalls der Weltgeschichte. In den Niederlanden backt man winzige, fluffige Poffertjes in speziellen Mulden-Pfannen und bestäubt sie dick mit Puderzucker. Russische Blini aus Buchweizenmehl und Hefe brauchen bis zu sechs Stunden Gehzeit, werden dafür aber mit Schmand und Kaviar belohnt. Die Amerikaner stapeln ihre dicken Pancakes zu Türmen und ertränken sie in Ahornsirup. Und in Japan gibt es Okonomiyaki — einen herzhaften Pfannkuchen aus Kohl, Ei und Dashi-Brühe, der in Osaka und Hiroshima fast religiös verehrt wird. Was alle verbindet: Ein einfacher Teig, eine heiße Pfanne und die Gewissheit, dass der erste Pfannkuchen sowieso immer misslingt. Diese Liste versammelt die schönsten Rezepte aus verschiedenen Ecken der Welt — zum Nachkochen, Vergleichen und genüsslichen Durchprobieren.
Related