Irgendwann hat es mich erwischt. Ich weiß nicht mehr genau, ob es der Moment war, als Woo Young-woo zum ersten Mal ein juristisches Argument mit einer Wal-Analogie gewonnen hat, oder ob es die Szene in Move to Heaven war, in der ein Trauma-Reiniger die letzte Geschichte eines Verstorbenen zusammenpuzzelt — aber ab da war ich drin. Richtig drin. In der Welt koreanischer Filme und Serien, aus der man nicht mehr so leicht rauskommt. Was mich immer wieder fasziniert: Koreanische Produktionen trauen sich an emotionale Extreme, die westliche Serien selten wagen. In einer einzigen Episode kann man laut lachen, echte Wut spüren und dann plötzlich Tränen wegwischen — und nichts davon fühlt sich erzwungen an. The Glory erzählt von Rache mit einer Kälte, die unter die Haut geht. Vincenzo mischt italienische Mafia-Ästhetik mit koreanischem Humor so absurd, dass es eigentlich nicht funktionieren dürfte — und dann funktioniert es grandios. Extraordinary Attorney Woo zeigt eine autistische Anwältin, die brillant und verletzlich zugleich ist, ohne je ins Klischee abzurutschen. Und dann gibt es da noch die Produktionen, die die Grenze zwischen koreanisch und international verwischen: 3 Body Problem basiert auf dem chinesischen Sci-Fi-Roman, wurde von den Game-of-Thrones-Machern adaptiert und hat eine Erzählwucht, die einen tagelang nicht loslässt. Diese Liste wächst mit der Zeit. Es sind die Filme und Serien, die mich persönlich gepackt haben — keine Bestenliste nach objektiven Kriterien, sondern eine ehrliche Sammlung aus dem eigenen Watchlog. Wer sich einmal in koreanische Erzählkunst verliebt hat, findet hier hoffentlich den nächsten Titel, der einen nicht mehr loslässt.

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