Gestern Abend war es soweit: Nach über 20 Jahren „Nacht der Museen" hat Düsseldorf ein neues Kapitel aufgeschlagen — die erste „Nacht der Künste" überhaupt. Und was soll ich sagen: Die Stadt hat geliefert. Von 19 Uhr bis tief in die Nacht öffneten über 40 Locations gleichzeitig ihre Türen — Museen, Galerien, OFF-Spaces, Ateliers, Kirchen, ein ehemaliges öffentliches WC (ja, der „reinraum" in Bilk ist tatsächlich ein Kunstraum in einer alten Toilette), der Bilker Bunker, der Rheinturm, die Bezirksregierung mit ihrem „Schlösschen" an der Cecilienallee und sogar die Landesgartenschau in Neuss, die per historischer Straßenbahn vom Graf-Adolf-Platz aus erreichbar war. Das Spektrum reichte von klassischer bildender Kunst über Performances, Lichtinstallationen und Film bis hin zu Street-Art-Führungen durch Bilk und Architekturspaziergängen durch den Medienhafen. Und es war voll. Richtig voll. In der Innenstadt bildeten sich an den beliebteren Locations Besucherschlangen von bis zu hundert Personen — wer den Rheinturm oder die Sammlung Philara sehen wollte, brauchte Geduld. Das Shuttle-System zwischen den Standorten hat geholfen, aber der Andrang hat gezeigt, wie groß der Hunger nach genau so einem Format in Düsseldorf ist. Flingern mit seiner lebendigen Galerieszene war ein Magnet, der Medienhafen zwischen KAI 10 und Rheinturm bekam durch die nächtliche Beleuchtung und die moderne Architektur eine ganz eigene Atmosphäre. Wer es etwas abseits der Massen mochte, fand im Cécile-und-Oskar-Vogt-Archiv der Uni Hirnschnitte neben Graphiken über Mensch und Tod — nicht für jeden, aber definitiv unvergesslich. Was diese Nacht besonders gemacht hat: Sie hat bewusst über die klassischen Museumsmauern hinausgedacht. Tattoo-Studios, Rooftop-Bars, Marionetten-Theater, ein Blumengroßmarkt als Eventlocation mit Moonlight Market — das war keine steife Kulturnacht, sondern ein lebendiger, chaotischer, manchmal überfüllter Streifzug durch alles, was Düsseldorf künstlerisch zu bieten hat. Wer danach noch Energie hatte, landete ab 22 Uhr im The Eight am Rathausufer bei der „Synergetics"-Aftershow mit elektronischem Sound und Performance. Ein Ticket für 17 Euro, alle Locations inklusive, dazu Shuttle-Busse und historische Straßenbahnen — für das, was geboten wurde, ein ehrlicher Preis. Die Nacht der Künste hat sich mit ihrer Premiere direkt als fester Termin im Düsseldorfer Kalender etabliert. Nächstes Jahr bitte wieder — vielleicht mit ein paar Locations mehr und etwas kürzeren Schlangen. Hier geht es zur offiziellen Seite https://nachtderkuenste.de/ und hier folgen nun alle Aussteller und Locations.

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